Wer verkauft oder vermietet, braucht einen gültigen Energieausweis – spätestens zur Besichtigung, unaufgefordert vorgelegt.
Die beiden Varianten
Verbrauchsausweis
Basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre. Er ist günstiger, sagt aber mehr über das Heizverhalten der Bewohner aus als über das Gebäude. Ein sparsamer Single im Reihenhaus erzeugt einen besseren Wert als eine fünfköpfige Familie im identischen Nachbarhaus.
Bedarfsausweis
Basiert auf einer Berechnung von Gebäudehülle und Anlagentechnik, unabhängig vom Nutzerverhalten. Er ist aufwendiger, dafür belastbar – und die Grundlage für jede seriöse Sanierungsplanung.
Wann der Bedarfsausweis Pflicht ist
Bei Wohngebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 gebaut und seither nicht auf den damaligen Wärmeschutzstandard gebracht wurden, ist der Bedarfsausweis vorgeschrieben. In allen anderen Fällen dürfen Sie wählen.
Was drinstehen muss
- Energieeffizienzklasse von A+ bis H
- Endenergie- und Primärenergiebedarf bzw. -verbrauch
- Angaben zum wesentlichen Energieträger der Heizung
- CO₂-Emissionen des Gebäudes
- Modernisierungsempfehlungen, sofern möglich
- Registriernummer des DIBt
Pflichtangaben in der Immobilienanzeige
Bereits im Inserat müssen Art des Ausweises, Baujahr, wesentlicher Energieträger, Energiekennwert und Effizienzklasse genannt werden. Fehlen sie, drohen Bußgelder – und Abmahnungen durch Mitbewerber.
Warum der Fünfzig-Euro-Ausweis ein Risiko ist
Online-Anbieter erstellen Ausweise allein aus den Angaben, die Sie selbst eintippen. Ist eine Angabe falsch, ist der Ausweis unwirksam – und Sie haften. Wir sehen regelmäßig Ausweise mit falschen beheizten Flächen, vergessenen Anbauten oder einer Heizung, die es so nie gab. Beim Verkauf kann das zu Rückabwicklungsforderungen führen.
Häufige Fragen
Wie lange gilt der Ausweis?
Zehn Jahre ab Ausstellung. Nach einer wesentlichen Sanierung sollte er trotzdem neu erstellt werden – die bessere Klasse ist ein Verkaufsargument.
Brauche ich einen Ausweis, wenn ich selbst wohnen bleibe?
Nein. Die Pflicht entsteht erst bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung.
Was kostet ein Bedarfsausweis?
Je nach Gebäudegröße und Datenlage typischerweise zwischen 390 und 700 €. Wird er im Rahmen einer Energieberatung mit erstellt, ist er deutlich günstiger.
Energieausweis anfragen
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